Der Sudan zählt unter den Entwicklungsländern zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Das läßt sich auf folgende Faktoren zurückführen :
die Wirtschaft des Landes beruht in erster Linie auf der Förderung von Rohstoffen und auf der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit einfacher Technologie. Der traditionelle Sektor ist groß, der moderne relativ klein. Beide sind dazu abhängig vom Ausland:
die Wirtschaft des Landes beruht in erster Linie auf der Förderung von Rohstoffen und auf der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse mit einfacher Technologie. Der traditionelle Sektor ist groß, der moderne relativ klein. Beide sind dazu abhängig vom Ausland:
Das Input für Landwirtschaft und Industrie muß importiert werden. Die Infrastruktur des Landes ist schlecht. Das Einkommensniveau sinkt bei steigenden Preisen für die Lebenshaltungskosten. Durch eine wachsende AusIandsverschuldung, den Verfall der einheimischen Währung und sinkende Erlöse aus dem Export der landwirtschaftlichen Güter, besonders der "cash crops" (nur für den Export angebauten Güter) spitzte sich das Problem in den achziger Jahren zu. Letzteres lag an einer Verschlechterung der Terms of Trade - der realen Austauschverhältnisse - für den Sudan. Weitere von außen auf die Wirtschaft des Landes einwirkende Schwierigkeiten waren steigende Energiepreise. Darüber hinaus stand das Land unter dem Druck des Internationalen Währungsfond, dessen Programme und Politik zu befolgen, was zu einer höheren Inflationsrate führte, die Spanne zwischen Einkommen und Preisen weiter öffnete und das Defizit in der Handelsbilanz vergrößerte.
In dieser Situation griffen die sich rasch abwechselnden Regierungen auf ein Paket unterschiedlicher politischer Maßnahmen zurück, um die sich überschlagenden Krisen zu bewältigen. Aufgrund der harten Wirtschaftskrise hat sich der Bürgerkrieg im Südsudan seit 1983 verschärft. Die letzte demokratische Regierung (1986-1989) verfolgte eine Wirtschaftspolitik, die den Verfall der Wirtschaft aufhalten und die großen Programme wieder funktionstüchtig machen sollte. Die Zusammenarbeit mit dem internationalen Währungsfond wurde beendet, seine Vorschläge, Strukturanpassungsprogramme durchzuführen, wurden abgelehnt.
Die Regierung legte ein Vier-Stufen-Programm zur Wirtschaftsreform vor. Es wurde allerdings durch etliche Schwierigkeiten behindert. An erster Stelle stand hierbei die instabile politische Lage durch die Konflikte unter den politischen Parteien. Erschwerend hinzu kam der Bürgerkrieg im Süden des Landes. Ein weiteres Problem war die schwache Infrastruktur. Dieses Programm und verschiedene politische Maßnahmen wurden auf Empfehlung von Experten und Ökonomen eingeleitet, die 1986 zu einer Wirtschaftskonferenz zusammengetreten waren.
Das Wirtschaftsprogramm zur nationalen Rettung
Die Regierung unter Generalmajor Omar Bashir übernahm die Macht, als der Sudan mit schweren Krisen zu kämpfen hatte. Die Wirtschaftskrise belastete das Land am stärksten. Die Politik dieser Regierung bemühte sich darum, bereits in den ersten Monaten der „Revolution zur Rettung der Nation“ die Wirtschaftsprobleme mit kurzfristig greifenden Maßnahmen anzugehen. Es wurden Preisbindungen für Waren und Dienstleistungen festgelegt, für Handel und Industrie wurden Steuern und Zollgebühren erhoben, die Inflation wurde bekämpft und Handelsgeschäfte in ausländischer Währung wurden eingeschränkt. Darauf folgte das Drei-Stufen- Programm zur Rettung der Wirtschaft (1990-1993), das auf Empfehlungen der im Oktober 1989 abgehaltenen Konferenz gleichen Namens beruhte. Wege und Ziele des Drei-Stufen-Programmes waren: die Stagnation der sudanesischen Wirtschaft zu beenden alle verfügbaren Kräfte des Landes zu mobilisieren, um ein Engagement des Inlands und des Auslandes (private Investitionen) zu ermöglichen sowie Wirtschaftsordnung, Geldpolitik und die damit verbundenen Institutionen daran anzupassen soziale Gerechtigkeit zu schaffen, damit die Belebung der Wirtschaft nicht auf Kosten der schwachen Bevölkerungskreise erfolgt
die Islamisierung der Zentralbank, der Geschäftsbanken, Banken mit Sonderaufgaben und Versicherungsgesellschaften fortzuführen und die Almosensteuer stärker zu gewichten.
Im Rahmen dieses Programmes wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen:
Erstens: Juli 1990
1. Der Staatshaushalt sollte nur für Entwicklungsausgaben belastet werden.
2. Für subventionierte Waren wurden Marktpreise eingeführt; gleichzeitig wurde ein freier Kapitalmarkt zugelassen.
3. Einige Staatsbetriebe wurden verkauft, einige davon wurden in einheimische oder ausländische Privatbetriebe umgewandelt.
4. Die Preisbindung für landwirtschaftliche Erzeugnisse wurde komplett aufgehoben, die Preise für Importe wurden vorübergehend freigegeben.
5. Die Einnahmen des Staates wurden erhöht, seine Ausgaben wurden ökonomischer eingesetzt, indem freigewordene Stellen gesperrt und Frührente und unbezahlter Urlaub gefördert wurden. Das Steueraufkommen, besonders bei den direkten Steuern, aber auch bei der Mehrwertsteuer, wurde erhöht.
Zweitens: Mai 1991
Die nationale Währung wurde auf neue Banknoten umgestellt. Es wurde zusätzlich der Dinar eingeführt. Ein Dinar entspricht 10 Pfund.
Drittens: Oktober 1991
Im Zuge einer neuen Politik der Wechselkurse zwischen sudanesischem Pfund und dem Dollar wurde das sudanesische Pfund abgewertet, es wurde ein offizieller und ein subventionierter Wechselkurs eingeführt.
Viertens: Februar 1992
Das sudanesische Pfund wurde ganz freigegeben. Es wurde dem Bankensektor überlassen, den Kurs festzusetzen, mit dem die Geschäfte des Staates geführt werden sollten. Alle Preisbindungen wurden aufgehoben, die Subventionierung von Brot und Öl wurde abgeschafft, die Zuckerpreise wurden erhöht, Mindestlöhne wurden aufgehoben, den Staatsbediensteten wurde eine monatliche Vergütung zwischen 600 und1500 Pfund gewährt.
Fünftens: Mai 1992
Der umfassende Plan zur nationalen Strategie für einen Zeitraum von zehn Jahren(1992-2002) wurde verabschiedet. Er umfaßte die Wirtschafts- und Sozialplanung in allen Bereichen des Produktions- und Dienstleistungssektors. Auch Liberalisierungsmaßnahmen waren vorgesehen: die Handelshemmnisse gegenüber ausländischen Währungen sollten abgeschafft werden, die Preise sollten freigegeben werden, die nationale Währung sollte korrigiert werden und Eigentum aus verschiedenen Wirtschaftssektoren sollte privatisiert werden. In dem Plan zur nationalen Strategie wurden auch die zu erreichenden Wirtschaftsleistungen festgelegt:
1. das Volkseinkommens deutlich zu erhöhen
2. Einkommen gerecht zu verteilen
3. die nationalen Währung zu stabilisieren
4. das Außenhandelsvolumens zu erhöhen
5. die Investitionsrate in dem Maße zu erhöhen, daß das angestrebte Wachstum des Bruttoinlandsproduktes möglich ist
6. die Staatsausgaben so zu finanzieren, daß es mit dem vorgesehenen Wirtschaftswachstum in Einklang steht
7. das Versicherungsaufkommen zu verzehnfachen
8. die im Umlauf befindlichen Scheckkarten der Bankfilialen um ein Fünfzigfaches zu erhöhen
9. von den Zahlungspflichtigen die Almosensteuer zu erheben, die Mittel der Versicherungsbanken und Sozialversicherung zu erhöhen
10. Anlageinvestitionen und Ersparnisse zu verfünffachen
Sechstens: Juni 1992
Zur in- und ausländischen Währungspolitik wurden folgende politischen Maßnahmen ergriffen:
1. Abschaffung der Zollvorschrift, die verlangte, bei der Ein- und Ausreise eine Devisenerklärung zu machen
2. Zulassung von Importen, finanziert durch nicht bestätigte Akkreditive und Akzept
3. Erhöhung der Zinsen, um Spareinlagen für die Anlegenden attraktiver zu machen
4. Erlaubnis, ausländische Währungen zu besitzen, sofern sie im inländischen Währungssystem gewechselt wurden
5. Erlaubnis, bei der Rechnungsführung von einer ausländischen Währung in eine andere ausländische Währung zu wechseld
6. Beschränkung des Handels mit dem Dollar auf den Märkten der freien Zonen auf Reisende und Diplomaten.
7. Erlaubnis, sudanesische Banknoten ohne jegliche Einschränkung und in beliebiger Höhe ein- und auszuführen.
Siebtens: August 1992
Die gewerbliche Rohölförderung in der Umgebung von al-Mujlid im Westen des Landes aus dem Ölfeld Abu Jabra wurde aufgenommen. In der dortigen Raffinerie werden 600 Barrel pro Tag raffiniert. Die Fördermenge deckt 10% des Gesamtbedarfs.
Der Internationale Währungsfond (IWF) begrüßte die von der Regierung ergriffenen wirtschaftlichen Maßnahmen. Führungspolitiker des IWF erklärten sich bereit, dem Sudan auf lokaler Ebene technische Hilfe zu leisten. Im Jahre 1993/94 entsprachen die Haushaltsbilanzen zum ersten Mal nach Abschluß des Drei- Stufen-Programmes den Richtlinien der umfassenden nationalen Strategie. Die sich schon zu Beginn positiv entwickelnden Wachstumsraten taten einen gewaltigen Sprung nach oben, bis sie am Ende des Drei-Stufen- Programmes auf 13,1% geklettert waren. Im selben Jahr steigerte sich das Pro-Kopf-Einkommen beachtlich. Das Wachstum war mit 4,8% vor Aufnahme des Programmes negativ, bei Abschluß des Programmes war es auf 8,3% geklettert. Im Haushaltsplan von 1993/94 schlug sich auch eine Politik, die auf Selbstvertrauen, Selbstbestimmung und Entwicklung der eigenen Kräfte setzt (Self-Reliance), nieder. Sie wird gerade unter wirtschaftlichen Aspekten für grundlegend erachtet.
Die Bank des Sudan gab am 31. Dezember 1995 ihre Geldpolitik bekannt, die ab 2. Januar 1996 bis Ende Dezember selbigen Jahres umgesetzt wurde. Die Geldpolitik für das Jahr 1996 soll die wesentlichen Aufgaben des staatlichen Wirtschaftsplanes unterstützen, der auf den Prinzipien der Self-Reliance beruht. Produktion und Produktivität sollen gesteigert werden, damit die hohe Inflation aufgehalten wird und sich Wechselkurse und Preise stabilisieren können. Unter diesem Aspekt wird ein reales Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 7% und ein Sinken der horrenden Inflation auf 30% bis zum Ende des Jahres 1996 angestrebt. In der Übergangszeit von Juli bis Dezember 1995 konnte die Geldpolitik tatsächlich umgesetzt werden, daher konnte die oben beschriebene Politik für 1996 eingehalten werden.
Ziele der Geldpolitik:
Die Ziele der umfassenden nationalen Strategie stehen im Dienste gesamtwirtschaft- licher Ziele. Es wird angestrebt, die einzelnen Sektoren zu entwickeln, die hohe Inflation zu entschärfen, die Wechselkurse zu stabilisieren, die Ressourcen zu entwickeln und zu mobilisieren, Einkommen und Vermögen gerecht zu verteilen, die Banken bei den Anpassungsmaßnahmen nach dem Bankengesetz von 1991 zu unterstützen, die Islamisierung des Bankwesens weiter auszubauen und sich auf die zögernde Begleichung der Schulden bei den Banken zu konzentrieren. Außerdem ist es nach dieser Geldpolitik erlaubt, vorrangige Sektoren (Landwirtschaft, Export, Transport und Lagerung sowie Wohnimmobilien) zu unterstützen, den Import von Arzneimitteln und ihrer Rohstoffe zu fördern sowie am Wertpapiermarkt von Khartum eingetragene Aktien zu verkaufen. Die Geldpolitik verbietet es, Kunden Finanzmittel zu gewähren, um ausländische Währungen, Aktien vom Wertpapiermarkt in Khartum zu kaufen oder den Wechsel in ausländische Währungen zu finanzieren.
Liquidität der Banken:
Die Geldpolitik legt fest, daß der Geldreserveanteil der Banken nicht unter 25% der Gesamteinlagen (Einlagen auf Konten und Sparguthaben) liegen darf. Es wurde beschlossen, daß die innere Liquidität der Banken nicht weniger als 10% der Gesamteinlagen auf Konten und Sparguthaben betragen darf. Zudem erteilte die Bank des Sudan mehreren Geschäftsbanken, die mit dem An- und Verkauf von Devisen handeln, Konzessionen. Sie verpflichtete allerdings die Banken dazu, die An- und Verkaufsquittungen dem Finanzamt vorzulegen.
Importpolitik
Es wurde beschlossen, Bedarfsgüter für Handweker und Gewerbetreibende, Generatoren und Kindernahrung auf der Liste der Waren zu ergänzen, deren Import zu erleichterten Bedingungen erlaubt ist, sofern die importierten Güter erst vier Monate nach Lieferung bezahlt werden können.
Die Freihandelszonen
Die Gesellschaft der freien Handelszonen wurde 1970 eingerichtet, um den über den Flughafen von Khartum Ein- und Ausreisenden sowie den im Land ansässigen Diplomaten Handelswaren zum Verkauf anzubieten. Den ersten freien Markt in Khartum, auf dem die Zollgebühren teilweise aufgehoben wurden, gab es 1987. Dies sollte die Einrichtung weiterer Freihandelszonen im Sudan fördern, um gegen Devisen hochwertige Konsumgüter anbieten zu können.
Im September 1993 wurde das Vermögen der Freihandelszonen der Sudanesischen Gesellschaft für Freihandelszonen übereignet, und im Juli 1995 eröffnete der Präsident der Republik vier neue Duty-Free- Shops in Khartum, die in modernster Bauweise errichtet wurden. Sie sollten die größten Verkaufsräume in Afrika und im Nahen Osten werden, denn unter einem Dach befinden sich dort mehr als sechstausend Artikel von Elektrogeräten, Textilien, Lebensmitteln, Haushaltswaren und Geschirr über Parfüm und Tabakwaren bis hin zu modernen Autos und Lastkraftwagen sowie Baustoffe und Handwerkerbedarf. Auch sudanesische Produkte werden dort verkauft.
Die Freihandelsmärkte haben Handelsverbindungen zu den Ländern, in denen die einzelnen Produkte hergestellt wurden. Bei den Firmen in Europa, Amerika, der arabischen Welt und in Ostasien, mit denen die sudanesischen Duty-Free-Shops Geschäfte abschließen, genießen sie einen guten Ruf.
Um den Import dieser Waren zu erhöhen, ergriff die Sudanesische Gesellschaft für Freihandelszonen verschiedene Maßnahmen, wie Finanzierungshilfen, Bezahlung gegen Empfangsbestätigung oder Bezahlung nach Verkauf. In den beiden letzten Jahren konnte die Gesellschaft ihre Beziehungen zu den Importeuren, mit denen sie zusammenarbeitet, stärken und ihre Verhandlungsposition festigen. So sind die Geschäfte mit der Gesellschaft meist geprägt von einem entgegenkommenden Verhalten. Die Sudanesische Gesellschaft für Freihandelszonen konnte mit den Zollbehörden ein Sonderabkommen schließen, das eine lange Listge von etwa 68 Waren für zollfrei erklärt. Diese können so von in den Sudan Eingereisten gekauft werden, wobei der Zeitpunkt der Einreise nicht länger als drei Monate zurück liegen darf
Außenhandel
Exportwaren -
Baumwolle
Der Anteil der Einkünfte aus den Bauwollexporten an den Exporteinkünften insgesamt betrug 1994/95 ungefähr 12,9% im Vergleich zu 18,2% 1993. Im Rechnungsjahr 1989/90 waren dies noch 51,8%. Die wichtigsten Gründe für diesen Exportrückgang sind einerseits Währungsprobleme, andererseits wurde die Instandhaltung und der Ausbau der einzelnen Produktionsstufen vernachlässigt.
Stille Gesellschaft in den Freihandelszonen
Die Sudanesische Gesellschaft für Freihandelszonen führte zur Finanzierung eines Teils ihrer Handelsgeschäfte in frei konvertierbaren Währungen die stille Gesellschaft (mudaraba) nach islamischem Muster ein. Diese praktiziert sie beim Verkauf zu Sonderkonditionen (Verkauf innerhalb des Zollgebietes) oder beim Verkauf über die Duty-Free-Shops in der Hauptstandt Khartum und in den Provinzen. Die Aufnahme als stiller Teilhaber wird in Devisen bezahlt, die Ausschüttung der Gewinne erfolgt ebenfals in Devisen. Das Prinzip der Stillen Teilhaberschaft beruht darauf, daß sich im In- oder Ausland lebende Sudanesen oder Ausländer mit ihren Sparguthaben oder ihrem Kapitalbesitz an den Investitionen der Sudanesischen Gesellschaft für Freihandelszonen beteiligen können. Dies sind in erster Linie Investitionen, die schnell und garantiert Ertrag abwerfen, da sie auf den Erfahrungen früherer Gesellschaften in diesem Bereich beruhen. Die Mittel der stillen Gesellschaft werden nach einander in verschiedene Geschäfte investiert, so daß das Geld der stillen Gesellschaft mehrere Kreise durchläuft. Bei Abschluß jeder Transaktion wird der jeweilige Mehrwert einschließlich der Zinsen in weitere Geschäfte investiert. So wird der Ertrag des Kapitals stets höher. Beim Ende der Laufzeit eines Geschäftes oder am Ende einer Phase kann der stille Teilhaber den Wert seiner Aktien erfahren (das um den Wert der Zinsen gestiegene Grundkapital) oder sich seinen Anteil oder einen Teil davon ausbezahlen lassen.
Ein stiller Teilhaber kann auch den von ihm eingezahlten Betrag als hinterlegtes Gut für seine Käufe in den Duty-Free-Shops oder - im Falle eines späteren Verkaufs - als Einkaufsberechtigung nutzen, sofern er den Wert seiner Einkäufe innerhalb von drei Monaten bezahlt. Kommt er dem nicht nach, so wird der Wert seiner Einkäufe von der Summe, die er in die stille Gesellschaft einbezahlt hat, abgezogen.
Vorteile bei der Investition in den freien Zonen
Die ausländischen Investoren haben das Recht, das in der freien Zone tätige Unternehmen zu vollen Teilen (100%) zu besitzen. Jeder Investor kann das ganze Kapital und die Zinsen ins Ausland überweisen.
Ausländer sind von der Einkommensteuer befreit.
Das Unternehmen ist in den ersten zwölf Jahren vollkommen von den Steuern befreit.
Es kann absolut frei entschieden werden, ob Sudanesen oder Ausländer eingestellt werden. Die Betriebskosten sind niedriger als in den meisten anderen Teilen der Welt.
Es gibt billige Arbeitskräfte; das Durchschnittsgehalt für einen Facharbeiter ist nicht höher als 50 US$ pro Monat. Man profitiert von der Nähe zum arabischen Markt, den Golfstaaten und den afrikanischen Staaten.
Garantien bei Investitionen in den freien Zonen
In dem Gesetz, das auch den Anlaß gab die Sudanesische Gesellschaft für Freihandelszonen zu gründen, sind alle Garantien verzeichnet, die bei Investitionen in die freien Handels- und Produktionszonen unter Gesetzesschutz gewährleistet sind: Ein Betrieb darf nicht nationalisiert oder beschlagnahmt werden. Die Mittel der Investoren dürfen nicht zurückgehalten, beschlagnahmt oder eingefroren werden, es sei denn, dies werde von Rechts wegen verlangt, und dies auch nur im Rahmen eines Schiedsspruches, den das Gesetz bei einem Streitfall innerhalb der freien Zone vorsieht. Der Investor hat die Freiheit, das Kapital und dessen Zinsen in jeder Phase der Durchführung ganz oder teilweise einzulösen, nachdem allen Verpflichtungen gegenüber dem Investor nachgekommen wurde.
Auch sei hier zu erwähnen, daß der Sudan an viele Abkommen zur Schlichtung von Unstimmigkeiten in diesem Bereich und über Investitionsgarantien gebunden ist, darunter die Arabische Vereinigung für Investitionsgarantien und das Internationale Büro für Investitionsgarantien.
Internationale Messe Khartum
Man ist sich darin einig, daß die internationale Messe von Khartum, die im Jahre 1978 offiziell eröffnet wurde, zu den etabliertesten Messezentren Afrikas und des Nahen Ostens gehört. In ihren Räumlichkeiten modernster Ausstattung werden die verschiedensten Messen und Handelsausstellungen abgehalten. Nur wenige Kilometer vom internationalen Flughafen in Khartum entfernt an einem belebten und zauberhaften Platz an den Ufern des Blauen Niles im Westen der Stadt liegt die Messe von Khartum.
Die Anlage umfaßt drei Haupthallen, gebaut in modernster Messebauweise. Hinzu kommt eine weiträumige Ausstellungsfläche unter freiem Himmel. Außerdem befinden sich auf dem Gelände 38 Verkaufslokale zum direkten Verkauf an die Besucher.
Seit Einrichtung der internationalen Messe von Khartum bis 1989 fanden zwölf Messesaisons statt. Im vergangenen Januar wurde die dreizehnte Saison abgehalten, während der zwanzig Staaten und mehr als hundert internationale Firmen vertreten waren. Die Messeverwaltung organisiert internationale und nationale Messen und Fachmessen. In Khartum werden verschiedene Fachmessen abgehalten: Die jährliche Landwirtschaftsmesse umfasst verschiedene Bereiche der Agrarproduktion und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, Agrarinvestitionsprojekte, Bewässerungstechniken und Techniken zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. Die Industriemesse ist eine Fachmesse, die jedes Jahr im Juni stattfindet; sie umfasst alle Industriebranchen, an ihr nehmen einheimische und internationale Firmen teil. Außerdem wird jedes Jahr im Oktober die Messe für Informationstechnik in Khartum abgehalten. Zusätzlich werde folgende nationale Messen abgehalten: Die Messe der Provinzen; an ihr nehmen alle Provinzen des Sudan teil. Diese Messe ist ein goßes kulturelles und soziales Ereignis, denn die meisten sudanesischen Stämme stellen dort kunstgewerbliche Objekte aus und geben andere kulturelle Darbietungen. Den Kreis schließt die Messe von Khartum, die als letzter Termin auf dem Messekalender steht. An ihr beteiligen sich Staaten und Firmen als Aussteller, die in Industrie, Handel oder Landwirtschaft eine herausragende Rolle einnehmen. Diese Messe findet jedes Jahr im Januar oder Februar statt.
Wertpapiermarkt Khartum
Durch den Handel mit Wertpapieren wird in erster Linie bezweckt, in der Bevölkerung Sparverhalten zu entwickeln und zu fördern. Es sollen günstige Bedingungen dafür geschaffen werden, die Ersparnisse in Wertpapieren anzulegen, was der Bevölkerung selbst sowie der Wirtschaft des Landes zugute kommt.
Es hat sich erwiesen, daß es Geldmittel gibt, die nicht in die Bankkreisläufe einfließen und für allgemeine Entwicklungsprojekte zugänglich gemacht werden könnten. Die Einrichtung eines Wertpapiermarktes war die wichtigste Möglichkeit, um diese Geldmittel verfügbar zu machen.
Nach Angaben des statistischen Monatsberichtes betrug das im Umlauf befindliche Gesamtvolumen 5978711 sudanesische Dinar im Vergleich zu einer Umlaufmenge von 2 235 164 Dinar im Mai 1996. Bei der Verteilung des Geldvolumens auf die einzelnen Sektoren steht der Versicherungsbereich mit 4.342.080 Dinar (72,6%) an erster Stelle. Das im Umsatz befindliche Gesamtvolumen der Banken beträgt 1.441.906,30 Dinar (24%). An dritter Stelle stehen verschiedene Bereiche wie Transport, Entwicklung und Dienstleistungen mit 162.083,50 Dinar (2,7%). Der Industriesektor steht mit 18051 Dinar (0.3%) an vierter Stelle. Ähnlich wie der Handelssektor mit 19591 (0.3%).
Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Aktien beträgt 373,113 im Vergleich zu 276,787, die im Mai1996 in Umlauf waren. Die Verteilung der Aktien auf die einzelnen Sektoren sieht so aus: Die Banken nehmen mit 262,969 Aktien (70,5%) den ersten Platz ein, gefolgt von den Versicherungen mit 81.759 Aktien (21,9%), an dritter Stelle steht der Handelssektor mit 19.015 Aktien (4%). Die Sektoren Transport, Entwicklung und Dienstleistungen stehen mit 2.817 Aktien (2,8%) an vierter Stelle. Am Schluß rangiert der Industriesektor mit Aktien 0,8%.
Die Probleme der Wirtschaft
In der Wirtschaft zeichneten sich mehrere Schwierigkeiten ab: eine steigende Inflationsrate, Erhöhung der Produktionskosten und Teuerung der Lebenshaltungskosten. Zudem erreichten die Exporte nicht das angestrebte Ausmaß. Die Anpassung der Wirtschaft konnte nicht mit der Liberalisierungspolitik Schritt halten, was sich negativ auf die Gesamtwirtschaft auswirkte.
Hinzu kommt, daß ungünstige Faktoren die Wirtschaft bestimmen: der stetige Verfall der sudanesischen Währung, knappe Ressourcen, eine darniederliegende Infrastruktur, und der Krieg im Süden des Landes, der einen großen Anteil der vorhandenen Mittel verschlingt. Darüber hinaus unterliegt der Sudan einer unausgesprochenen Blockade, die sich von Jahr zu Jahr verschärft, was sich negativ in der sudanesischen Wirtschaft niederschlägt.
Hauptverantwortlich für das Nachlassen der Wirtschaftsleistung des Landes ist die Inflation, die durch drei unterschiedliche Faktoren zustande kommt: Zum einen entsteht die Inflation dadurch, daß der Gesamtproduktion ein Nachfrageüberhang gegenüber steht. Zum anderen resultiert die Inflation aus der Zunahme der angebotenen Geldmenge. Drittens fördern die steigenden Produktionskosten die Inflation.
Zur Lösung dieses Problems muß das Sozialprodukt erhöht werden, die angebotene Geldmenge muß eingeschränkt werden, die Produktion erhöht und das Defizit im Staatshaushalt muß verringert werden.
Ölsaaten
In den letzten vier Jahren nahmen die Exporte von Ölsaaten und ihren Produkten weiterhin zu. Die Zuwachsraten betrugen 1991/92 34,5%, 1992/93 45,3%, 1993/94 16,9%. Der Grund für die kontinuierlich steigende Produktion und zunehmende Produktivität ist in höheren Weltmarktpreisen durch erhöhte Nachfrage nach diesen Waren zu sehen.
Vieh und Fleisch
Der Exportzuwachs bei Vieh und Fleisch betrug 1991/92 45,8%, 1992/93 127,6%, und 1993/94 5,4%
Zucker
Die Zuckerexporte stiegen sprunghaft von 1,7 Mio.US$ auf 26,2 Mio.US$ (1993/94), d.h. um 1441%. Im Rechnungsjahr 1994/95 betrug der Zuwachs im Vergleich zu 1993/94 etwa 331,6%.
Andere Exporte
Die restlichen Exportgüter schwanken zwischen Steigerung und Verringerung; 1991/92 konnten sie mit ungefähr 295 Mio.US$ beziffert werden, 1993/94 erreichten sie nur 51 Mio.US$.
Handelsverträge
Zu den wichtigsten Handelsabkommen, die in letzter Zeit unterzeichnet wurden, gehört das über die Handelsbeziehungen zwischen dem Sudan und Kenia, das über die Handelsbeziehungen mit Äthiopien, das sudanesische Handelsabkommen mit Jordanien, Tunesien, Syrien, Algerien, Libyen, dem Irak, Pakistan, Indonesien, Rumenien, Tschad und Tansania.
Sudan und der Internationale Währungsfond
Eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF), die den Sudan im Juli 1995 besuchte, verschaffte sich einen Eindruck von der Wirtschaftsleistung des Sudan und prüfte das Finanzprogramm der Regierung für die kommenden Monate. Meinungsverschiedenheiten gab es über die Begleichung der Schulden des Sudan beim IWF und die Kreditaufnahme über das Banksystem. Uneinigkeit bestand auch über den Wechselkurs des sudanesischen Pfundes; der IWF verlangte, daß dieser dem Preismechanismus nach Angebot und Nachfrage zu überlassen sei. Außerdem forderte der IWF, die Exporte zu liberalisieren und dem privaten Sektor den Import aller Waren einschließlich Erdöl zu gestatten.
Trotz der Uneinigkeit in diesen Fragen waren die Gespräche durchaus positiv. Die fälligen Zahlungsrückstände des Sudan gegenüber dem IWF betragen 1,7 Mio.US$. Die Auslandsschulden betragen 15 Mio.US$. Wegen der ausstehenden Summe von 1,7 Mio.US$ Schulden, drohte der IWF den Sudan zu disqualifizieren. Es konnte jedoch eine Einigung gefunden werden; der Sudan bezahlt nun seit Januar 1996 monatlich 4 Mio.US$ zurück. Nach einem konstruktiven Austausch unter Führung von Finanzminmister Dr. Abd al-Wahab Uthman auf sudanesischer Seite mit dem IWF steht zu erwarten, daß die im Oktober in Washington beginnenden Verhandlungen zur Unterzeichnung einer Grundsatzerklärung zwischen dem Sudan und dem IWF einen gewissen Durchbruch erzielen werden.
Zunächst wurde vom Exekutivdirektor des IWF in einer Beschwerde empfohlen, daß der Aufsichtsrat den Präsidenten des IWF in ihrem Treffen im kommenden Oktober in Washington nahelegen möge, den Sudan als Mitglied auszuschließen. Dies wurde nun vom Aufsichtsrat abgelehnt.
Die Entscheidung des Aufsichtsrates läßt erkennen, daß er sich mit den Ergebnissen der letzten IWF- Delegation in den Sudan auseinandergesetzt hat, in denen die Finanzkrise des Sudan zu jener Zeit zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus verpflichtete sich der Sudan, nach einem festgelegten Zahlungsprogramm seine Raten zur Tilgung seiner Schulden vor 1989 zu bezahlen, was bis Ende 1996 erfolgte.
Der zweite Beschluß des IWF-Aufsichtsrates sah vor, die Beziehungen des Sudan zum IWF ein halbes Jahr später, im Februar 1997, ein weiteres Mal zu überprüfen. Bereits im Oktober sollte wieder eine Delegation des IWF den Sudan besuchen, um mit den zuständigen Politikern das Zahlungsprogramm für 1997 vorzubereiten.
1993/94 war eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen; die Exporteinkünfte aus Gummi Arabicum betrugen 72 Mio.US$ im Vergleich zu 19,8 Mio.US$ im Vorjahr. Zurückzuführen ist dies auf höhere Weltmarktpreise und eine Produktionssteigerung.
Geschichte der Kapitalinvestitionen im Sudan
Seit seiner Unabhängigkeit machte der Sudan verschiedene Versuche, die Investitionen in die einzelnen Bereiche (Industrie, Landwirtschaft, Handel) gesetzliche zu regeln. Die erste nationale Regierung regelte im Jahr 1956 die Investitionen in die Industrie durch das sogenannte Gesetz der „gewährten Begünstigung“; dieses Gesetz wurde 1967 modifiziert. 1973 wurde dann als Initiative des Finanzministers das Gesetz zur Investition in Dienstleistungen erlassen. Das Gesetz zur Investition in die Industrie wurde im selben Jahr ein weiteres Mal modifiziert und war nunmehr unter dem Namen Gesetz zur Entwicklung und Förderung von Investitionen in die Industrie in Kraft. Darüber hinaus wurde 1976 ein Gesetz zur Investitionsförderung der Landwirtschaft erlassen. 1980 wurde eine Studie zu den einzelnen Investitionsgesetzen angefertigt, worauf diese in einem Gesetz, das alle Sektoren und Wirtschaftsbereiche regelt, zusammengefasst wurden. Im Zuge der Revolution zur nationalen Rettung wurde die erste Wirtschaftskonferenz abgehalten; von ihr erging die Empfehlung, daß das Investitionsförderungsgesetz im Rahmen eines Drei-Stufen-Programmes zu revidieren sei. Im Februar 1990 wurde die Konferenz der einheimischen Investoren abgehalten. Am 24.5.1990 wurde dann das Investitionsförderungsgesetz für das Jahr 1990 erlassen. Der Ablauf der Investitionen im Sudan wird vom Generalsektetariat für Investitionen geregelt, das bei der Genehmigung von Investitionsprojekten sehr effektiv arbeitet. Ein anderes Organ in diesem Bereich ist der Allgemeine Investitionsausschuß, dem weitreichende Machtbefugnisse erteilt wurden, um im Sudan ein investitionsfreundliches Klima zu schaffen. Bis 1995 blieben diese Rahmenbedingungen unverändert; in diesem Jahr erging der Kabinettsbeschluß Nr. 344, der die Arbeit des Ausschusses auf die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Forschung, Informationssammlung und Koordination einschränkte.
Dem Gesetz für Investitionsförderung von 1996 entsprechend wurde das Amt für Investitionsförderung eingerichtet. Seine Aufgabe besteht darin, landesweit Investitionen zu fördern, Informationen zu sammeln, Investitionsstudien durchzuführen, die Investitionen im Sinne des neuen Gesetzes zu koordinieren und zu beobachten, nationale Investitionskarten anzufertigen und die im Investitionsförderungsgesetz von 1996 verbrieften Begünstigungen, Erleichterugnen und Garantien umzusetzen.
1. Landwirtschaft:
Sie gehört zu den bedeutsamsten Wirtschaftssektoren und ist aufgrund der Bewässerungswirtschaft und der Mechanisierung, ganz abgesehen vom reichen Viehbestand vielfältig ausgebildet. Die beiden Stauprojekte in Hamadab und Kajabar gelten für die Landwirtschaft und die Stromerzeugung als die wichtigsten Projekte.
2. Industrie:
Der Anteil des Industriesektors am Bruttosozialprodukt betrug 1994/95 ungefähr 16%. Im Sudan hat die Lebensmittelindustrie (vor allem Zucker und Speiseöl) den wichtigsten Anteil an der verarbeitenden Industrie. Bei der Rohstoffgewinnung wurde mit der Förderung von sudanesischem Erdöl begonnen bei einer täglichen Fördermenge von 10.000 Barrel täglich, was dem Land Devisen einbringt. 1991 wurden in Suakin Erdgasvorkommen von ungefähr 619 Mio. Qubikmeter entdeckt und 1.158 Barrel Erdöl.
3. Dienstleistungssektor:
Dieser Sektor bildet die Hauptstütze bei der Entwicklung der anderen Sektoren. Die Die Instandsetzung der Eisenbahn und der Ausbau des Landtransportverkehrs sind daher dem Staat wichtige Anliegen. Dies zeigt sich an den Straßenbauprojekten „Straße der Herausforderung“ und „Straße des Friedens“. Sie ermutigen die Transportfirmen, landwirtschaftliche Güter und andere Produkte zu exportieren.