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Der derzeitige Rat für Informationen im Ausland wurde 1993 auf den Erlaß mit der Nr. 200 der ehemaligen Revolutionsführung eingesetzt, um die sudanesischen Standpunkte im Inland, in der Region und weltweit zu unterstützen.Der Erlaß schrieb vor, einen Rat unter der Aufsicht des Ministers für Kultur und Medien einzusetzen. Seine Mitglieder sollten Führungskräfte der Presse und anderer Medien des Landes sowie anderer offizieller Stellen sein. Voraussetzung für ihre Mitgliedschaft ist eine Tätigkeit im Bereich der Auslandsinformation.

Das Generalsekretariat des Rates besteht aus dem Generalsekretär und folgenden Referaten und Abteilungen: -
Angelegenheiten von Auslandskorrespondenten und Journalisten im Ausland:
- Zentren und Abteilungen für Medien
- Referat für Publikationen
- Druckerzeugnisse und Information
- Referat für kulturelle Auslandsbeziehungen
- Referat für Monitordienste und Öffentlichkeitsarbeit Die Ziele des Bereiches Auslandsinformation können wie folgt zusammengefaßt werden: den Sudan mit seinen Problemen in der Region und weltweit darzustellen die Medienarbeit zu beaufsichtigen und auf die Darstellung des Sudan im Ausland abzustimmen sowie sich jeder Pressekampagne, die sich gegen den Sudan richtet, entgegenzustellen Beziehungen zu vergleichbaren Einrichtungen im Ausland zu knüpfen und zu vertiefen und bei internationalen und regionalen Körperschaften für die Positionen des Sudan zu werben daraufhin zu wirken, daß die öffentliche Meinung im Ausland die nationalen Angelegenheiten des Sudan unterstützt Informationen zur Verfügung zu stellen, damit internationale Organisationen bessere Dienste leisten können; die Botschaften und ausländischen Gemeinden ebenfalls damit zu versorgen Tendenzen in den ausländischen Medien zu verfolgen und die für den Sudan relevanten Meldungen herauszufiltern die Arbeit der im Sudan tätigen Auslandskorrespondenten zu beaufsichtigen und in Koordination mit den diplomatischen Vertretungen des Sudan die Tätigkeit der entsandten Auslandskorrespondenten zu organisieren. Das Generalsekretariat für Auslandsinformation stellte ergeizige Pläne auf, um neue Informationsabteilungen in Oman, Jordanien, Doha, Bonn, Washington und Paris einzurichten sowie in Trablus, Tehran und Bagdad Kulturzentren zu eröffnen. Das Projekt für den Radio- und Fernsehempfang wurde weiterentwickelt. Ein monatlich tagendes Forum für Diplomaten wurde eingerichtet, das sich mit dem Thema "Islam und der Westen" befaßt. Weitere Projekte sind ein Forum internationale Presse und Computervernetzung mit dem Ausland. Das Generalsekretariat für Auslandsinformation gibt für die Vertretungen des Sudan im Ausland in arabischer und englischer Sprache täglich internationale Pressespiegel heraus. Für die in Khartum lebenden frankophonen Kreise wird zusätzlich zu den Schriftstücken und Rundschreiben eine französische Wochenzeitschrift herausgegeben. Auch sei hier das Buchprojekt „Sudan“ genannt, das jährlich neu erscheinen soll. (Vorliegendes Exemplar ist die Ausgabe „Sudan 96“.)

Die Sudanesische Nachrichtenagentur ( SUNA )

Mit der Verstaatlichung der Presse im Jahre 1970 wurde die Sudanesische Nachrichtenagentur, bekannt unter dem Kürzel SUNA, unter dem starren Griff der Regierung Numairi gegründet, um den Strom von Meldungen aus dem In- und Ausland zu ordnen. Mit dem Gesetz für die Sudanesische Nachrichtenagentur von 1981 begann sich die Agentur nach und nach vom Ministerium für Kultur und Medien zu lösen und wurde eine unabhängeige Körperschaft. Dank ihrer fortschrittlichen Dienstleistungen wurde sie zu einer der bedeutendsten Nachrichtenagenturen Afrikas. So wählte sie die Panafrikanische Nachrichtenagentur (Pana) als Zentrale für Westafrika. 1985 wurde ein neues Gesetz für die Sudanesische Nachrichtenagentur erlassen, in dem ihre Bedeutung bestätigt und sie als verdiente nationale Einrichtung bezeichnet wurde. Über die Vereinigung Arabischer Nachrichtenagenturen (Fana), die Panafrikanische Nachrichtenagentur (Pana) und die Nachrichtenagentur der Blockfreien Staaten versorgte sie jährlich viele Nachrichtenagenturen mit Meldungen. Sie ist somit in der Lage, ihre Dienste weltweit anzubieten. Allerdings konnte sie mit der technischen Entwicklung nur bedingt Schritt halten. Zudem verfügt sie über zu wenige Auslandsbüros.

Nationales Informationszentrum für Entwicklung und Bürgernähe

Dieser Informationsdienst für Entwicklung wurde 1976 vom Ministerium für Kultur und Medien ins Leben gerufen, um den Einsatz des Staates für die Entwicklung in den verschiedenen Medien publik zu machen und die Bürger darüber zu informieren, um sie in die lage zu versetzen, ihre eigenen Unternehmungen an die nationale Entwicklungsbewegung anzuknüpfen. Selbstvertrauen und der Wille zur Selbsthilfe sollten dadurch gestärkt werden.

Das Projekt Bürgernähe:

Der Informationsdienst für Entwicklung wurde 1982 damit betraut, die Bevölkerungsprogramme umzusetzen, die in dem Abkommen zwischen der sudanesischen Regierung und dem UN-Bevölkerungsfond (UNFPA) vorgesehen waren. Sein Name wurde geändert in "Nationales Informationszentrum für Entwicklung und Bürgernähe". Nach diesem Abkommen übernahm das Zentrum die Aufstellung des Budgets für die Arbeitsprogramme, die Geräte und die Ausstattung. Die sudanesische Regierung stellte die Gebäude und das Personal zur Verfügung. Seine Informationsprojekte setzt das Zentrum über die Medien und die entsprechenden Organe um. So verbreitet es Informationen über Bevölkerungsentwicklung und erläutert Fragen dazu. Hervogehoben wird, daß es bei Entwicklung in erster Linie um die Entwicklung des Menschen geht, daß der Mensch aber auch eine wichtige Rolle als Werkzeug der Entwicklung spielt. Gemäß der umfassenden nationalen Strategie des Sudan hat das Zentrum in Bevölkerungsfragen gegenüber den Medieneinrichtungen leitende Funktion. Hierbei ist zu betonen, daß der Sudan das zweite Land in Afrika ist, das eine Bevölkerungsstrategie erstellt hat und betreibt. Sie deckt den Zeitraum von 1992 bis 2002 ab. Das Zentrum hat Abteilungen in New-Halfa und Koordinationsstellen in Kassala, Gedaref und Medani. Weitere sind in den Provinzen Weißer Nil und Blauer Nil geplant.

Ziele des Zentrums

Diese können folgendermaßen zusammengefassst werden:

Im Bereich Information über Entwicklung:

Es wird auf die Bedeutung von Entwicklung hingewiesen, wobei an die nationalen Ziele angeknüpft wird. Über die Bemühungen von offizieller Seite und aus dem Volke, die aus eigener Anstrengung unternommen wurden, wird informiert und es wird berichtet über die Bildung und Unterweisung der Arbeitenden.
 
Im Bereich Bevölkerungsmaßnahmen:
Bewußtsein zu schaffen, um die Bevölkerungsstatistiken im Bereich der sozialen Entwicklung zu verbessern. Hierzu gehören eine grundlegende Gesundheitsfürsorge, Fürsorge für Mutter und Kind, Schutz der Familie, Schutz der Schwangeren und Stillenden, Schutz vor den sechs Kinderkrankheiten, Aufklärung über Themen wie Landflucht, Flucht und Vertreibung, Bekämpfung von Bräuchen, die der Gesundheit von Mutter und Kind schaden, wie “pharaonische” Beschneidung, Kindesheirat, falsche Ernährung und anderes, Bekämpfung von Aids und Aufklärung über Umweltfragen. Hierbei arbeitet das Zentrum mit sozial engagierten Vereinen und internationalen Organisationen dieser Bereiche zusammen.

Im Bereich Studien und Forschung:
Das Zentrum fertigt Studien zu geographischen, demographischen und politischen Phänomenen an und knüpft dabei an frühere in diesen Bereichen durchgeführte Studien an. Das Zentrum bedient sich des Hörfunks, des Fernsehens, der Presse sowie des direkten Kontaktes. Es betreibt Aufklärungsprogramme, bei denen die Bevölkerung direkt einbezogen werden kann. Das Zentrum wird unterstützt von religiösen Würdenträgern, Religionsgelehrten, Universitätsprofessoren und wichtigen Persönlichkeiten aus dem Volke.
Programme: Einen wichtigen Bestandteil der Programme des Zentrums stellen die Tagungen und Studienseminare dar. An die meisten Fragen wird mit einem wissenschaftliche Ansatz herangegangen.
 
Erfolge:

Das Zentrum ist in vieler Hinsicht erfolgreich gewesen. Besondere Erfolge hat es in der Zeit von Juli 1995 bis Juni 1996 vorzuweisen, in der es 36 Konferenzen und wissenschaftliche Tagungen abhielt. In diese Zeit fiel auch der Weltbevölkerungstag. Des weiteren beteiligte sich das Zentrum an den Vorbereitungen der Frauenkonferenz in Peking. Es produzierte einen Dokumentationsfilm zu den Aktivitäten der Frau im Sudan und nahm teil an den Feierlichkeiten anläßlich des fünfzigjährigen Bestehens der Vereinten Nationen. Außerdem hielt es sechs Seminare und sieben Tagungen in verschiedenen Provinzen des Landes ab. In den Sprachen Arabisch und Englisch gab das Zentrum zwei Ausgaben der wissenschaftlichen Zeitschrift "as-sukan wa-t-tanmiya" („Bevölkerung und Entwicklung“) heraus. Diese wurden über die Botschaften und Kulturzentren im Ausland verteilt. Es veröffentlichte acht Ausgaben der illustrierten Fernsehzeitschrift "an-nas wa-l-hayat" („Menschen und Leben“). Zu ihren wichtigsten Themen gehörte die erste Phase des Baus der Brücke am Weißen Nil, die zweite Konferenz für Asyl, der Weltfrauentag, Rechte und Entwicklung des sudanesischen Kindes und die Beschreibung schädlicher Bräuche. Außerdem lieferte das Zentrum viel Pressematerial zur Bekämpfung von Aids und anderen Krankheiten und erstellte Radioprogamme, die insgesamt 23 Radioserien über die Zunahme der Umweltverschmutzung, Behinderte und ähnliche für die Gesellschaft relvante Themen enthielten. Hinzu kommen Ausstellungen, die das Zentrum zur Darstellung seiner Arbeit in Bildern vorbereitet. Außerdem wird eine Abteilung für Regie und zur Produktion von Programmen eingerichtet, um die Programme zu Bevölkerungsfragen wissenschaftlich zu fundieren.
 
Obwohl dieses Zentrum großangelegte Pläne zur Verbreitung seiner Programme zu den einzelnen Themen aufgestellt hat, so ist doch ein gesetzlicher Rahmen erforderlich, um mit Veränderungen und Entwicklungen Schritt halten zu können. Dieser gibt dem Zentrum viel Handlungsspielraum, seine Mittel einzusetzen und seine Möglichkeiten zu entfalten, um die Geräte
zu modernisieren, Räume für Vorträge zu finden, ein Studio für Kinofilme, ein Fotolabor und eine Dokumentatio
sstelle einzurichten. Es ist aber auch notwendig, Mängel zu beheben, neue Geräte anzuschaffen und die vorhandenen Geräte instand zu halten.
SEKRETARIAT für AUSLANDSINFORMATION