Neue Universitäten
Sudan-Universität für Naturwissenschaften und Technik (Provinz Khartoum)
Universität an-Nilein (Provinz Khartoum)
Universität für Korankunde und Islamische Wissenschaften (Provinz Khartoum)
Universität az-Za’im al-Azhari (Provinz Khartoum)
Universität Kordofan (Provinz Nord-Kordofan)
Universität Dilling (Provinz Süd-Kordofan)
Universität Kassala (Provinz Kassala)
Universität al-Bahr al-Ahmar (Provinz al-Bahr al-Ahmar)
Universität Gedaref (Provinz Gedaref)
Universität Wadi an-Nil (Provinz Nahr an-Nil)
Universität Shendi (Provinz Nahr an-Nil)
Universität Dongola (Nordprovinz)
Universität al-Fasher (Provinz Nord-Darfur)
Universität Nyala (Provinz Süd-Darfur)
Universität Zalengi (Provinz West-Darfur)
Universität Bahr al-Ghazal (Provinz Bahr al-Ghazal Nord)
Universität A’ali an-Nil (Provinz Oberer Nil)
Universität Sennar (Provinz Sennar)
Universität al-Imam al-Mahdi (Provinz Weißer Nil)
Universität ad-Damazin (Provinz Blauer Nil)
Universität Bakht ar-Reda (Provinz Weißer Nil)
Zulassung von Bewerbern aus unterentwickelten Landesteilen
Im Sinne der Chancengleichheit bei der Hochschulbildung für Bewerber der verschiedenen Provinzen hat der Nationale Rat für Hochschulwesen auf seiner ersten Versammlung 1990 die folgenden beiden Beschlüsse gefaßt:
1. 20% der Studienplätze an Universitäten in den Provinzen ist Studenten aus den entsprechenden Regionen vorbehalten.
2. Für Bewerber aus unterentwickelten Landesteilen werden Studienplätze in seltenen Fachrichtungen reserviert, die an den Universitäten in den Provinzen gegenwärtig nicht angeboten werden.
Qualifizierung der Mitglieder des Lehrkörpers
Das Ministerium legt Wert auf die Qualifizierung des Lehrkörpers im In- und Ausland. In den meisten Universitäten werden verstärkt Hochschulprogramme durchgeführt und mit befreundeten Staaten werden Kontakte auf wissenschaftlicher Ebene gepflegt.
Zur Qualifizierung im Inland wurde die Fakultät für Hochschulstudien an der Universität Khartoum erweitert, so daß die Zahl der eingeschriebenen Studenten mehr als 6.000 beträgt. An folgenden Universitäten sind Fakultäten und Abteilungen für Hochschulstudien eingerichtet worden: Islamische Universität Omdurman, Universität al-Gezira, Sudan Universität, Universität Wadi an-Nil, Universität für Korankunde, Universität Juba und Universität an-Nilein.
Für die Qualifizierung im Ausland wurden mit den meisten befreundeten Staaten diesbezüglich Verträge geschlossen. Durch die Vergabe von Hochschulstipendien können viele Mitglieder des Lehrkörpers ins Ausland entsandt werden, wie folgende Tabelle verdeutlicht:
Staat Auslandsstipendiaten Absolventen Nichtgraduierte Großbritannien 1105159 USA 37829 China 19019 Irak 21120 Japan 835 Schweden 808 Niederlande 101 Indien 312 Jordanien 550 Marokko 844 Frankreich 211 Saudi-Arabien 404 Rußland 202 Irland 312
Private Bildungsstätten
Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen zur Förderung des Engagements im Privatsektor bei der Erweiterung der Bildungsstätten im Hochschulbereich genehmigte das Ministerium die Einrichtung von 10 neuen Privatfakultäten. Bisher wurden folgende Fakultäten in Universitäten umgewandelt: Ahfad- Fakultät für Mädchen, Privatfakultät Omdurman, Nasr-Fakultät für Technik, Sudan-Fakultät für Mädchen, Khartoum-Fakultät für angewandtes Wissen, Fakultät für EDV-Studien, Fakultät für Luftfahrttechnik, Privatfakultät Wad Medani.
Konsolidierung des Wissens
Das wichtigste Anliegen der Bildungsreform besteht darin, die eigentlichen Werte bei der Wissensvermittlung in den Vordergrund zu stellen. Deshalb wurde der Ausschuß für Konsolidierung des sudanesischen Kulturgutes bei der Wissensvermittlung eingerichtet, zu dessen Aufgaben es gehört, entsprechende Pläne und Programme vorzuschlagen. Dadurch sollen die einzelnen Wissenschaftszweige Ausdruck der Besonderheiten des sudanesischen Volkes sein und aus seinen Überzeugungen sowie aus dem islamisch-arabisch- afrikanischen Erbe entspringen.
Mit Unterstützung anderer auf diesem Feld tätigen Institutionen arbeitet der Ausschuß akademische Programme aus, die den größten Teil der Professorenschaft miteinbezieht. In allen Wissensbereichen werden Ausschüsse eingerichtet, um die Lehrpläne den Anweisungen entsprechend zu überarbeiten. Zu diesem Zweck gründet der Konsolidierungsausschuß wissenschaftliche Forschungszentren. In diesem Zusammenhang wurde das Bildungsinstitut Islam in der Universität al-Gezira geschaffen und die Beziehungen zum International Institute for Islamic Thought in Washington ausgebaut, um dessen Erfahrungen bei der Islamisierung der Wissenschaften zu berücksichtigen.
Wissenschaftliche Institutionen (Universitäten)
Die Universitätsbildung dient der Stärkung der nationalen Identität innerhalb der verabschiedeten und umgesetzten Lehrpläne, der gesellschaftlichen Anbindung und dem Bemühen, die sozialen, kulturellen und entwicklungspolitischen Fragen zu beantworten. In diesem Kontext wurde folgendes bereits verwirklicht: Die Ziele der universitären Ausbildung und ihrer Lehrpläne stehen in engem Zusammenhang zu Umwelt und natürlichen Ressourcen. Unterrichtssprache ist Arabisch; es wird ausreichend wissenschaftliche Literatur in arabischer Sprache zur Verfügung gestellt und damit begonnen, Werke zu verfassen, herauszugeben, zu drucken und zugänglich zu machen.
Die Universitäten wirken bei der ländlichen Entwicklung und der Stärkung der Produktivkraft mit.
Zur besseren Qualifizierung der Arbeiter werden Weiterbildungskurse angeboten.
Die Universitäten beteiligen sich bei der Erstellung von Studien zu Entwicklungsprojekten.
Bei Alphabetisierungskampagnen werden Studenten beteiligt.
Universitäre Einrichtungen Nationales Forschungszentrum
Mit Fertigstellung der baulichen Anlagen und Einrichtung der Fachinstitute war es möglich, 36 Studien in verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen durchzuführen, und das Zentrum nahm seine Arbeit auf. Die Ergebnisse dieser Studien waren von großer Bedeutung und wurden auf Seminaren und Konferenzen bekanntgegeben und in wissenschaftlichen Zeitschriften und Publikationen veröffentlicht.
Energie: Sonnenenergie zur Stromerzeugung für Beleuchtung und die Lagerung von Sera in ländlichen Gebieten; Windkraft zum Betrieb der Wasserpumpen in der
Region Tokar; Energiegewinnung aus Biogas in Nord-Kordofan; Produktion von Brik
tts aus Stengeln der Baumwollpflanze im Rahmen des Rahad-Projekts.
Umwelt und natürliche Ressourcen: Verbesserung der Landwirtschaft in ariden Wüstengebieten; natürliche Düngung bei Hülsenfrüchten; biologische statt chemische Schädlingsbekämpfung.
Medizin in tropischen und subtropischen Regionen: Bekämpfung der Bilharziose und endemischer Erkrankungen.
Heil- und Parfümpflanzen: Verwendung sudanesischer Pflanzenextrakte bei der Behandlung von Gelbsucht, Wurmerkrankungen im Darmbereich und Mikrobenerkrankungen im allgemeinen.
Kommission für Kernenergie
Sie koordiniert die staatlichen Einrichtungen, in denen Kernenergie zu friedlichen Zwecken genutzt wird. In Zusammenarbeit mit internationalen und regionalen Behörden und arabischen Institutionen arbeitet sie an der Ausweitung der friedlichen Nutzung dieser Energie. Im vergangenen Jahr konnten im Rahmen technischer Zusammenarbeit 15 Projekte vorbereitet und vorgestellt werden. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hatte zuvor 8 Projekte im Wert von 2,2 Mio. US$ genehmigt. Ausrüstungsgegenstände und Geräte wurden geliefert, Weiterbildungsmöglichkeiten und Expertenbesuche im Sudan finanziert.
Von diesen Projekten haben verschiedene Einrichtungen profitiert: Kommission für Kernenergie, Kommission für Agrarforschung, Kommission für veterinärmedizinische Forschung, Krankenhaus für Nuklearmedizin in Khartoum, nuklearmedizinisches Institut der Universität al-Gezira, Fakultät für Veterinärmedizin der Universität Khartoum und das Bewässerungsministerium.
Internationale Beziehungen im Hochschulbereich
Die Kontakte des Außenministeriums zu befreundeten Staaten dienen der Vergabe von Stipendien, dem Austausch von Gastprofessoren und auswärtige Prüfer der Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben und dem Erfahrungsaustausch sowie der Anschaffung wissenschaftlicher Bücher und Ausrüstung.
Internationale Beziehungen im Hochschulbereich
Die Kontakte des Außenministeriums zu befreundeten Staaten dienen der Vergabe von Stipendien, dem Austausch von Gastprofessoren und auswärtige Prüfer der Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben und dem Erfahrungsaustausch sowie der Anschaffung wissenschaftlicher Bücher und Ausrüstung.
Internationale und regionale Organisationen
Es bestehen Beziehungen zu Organisationen wie UNESCO und ISESCO , die in den Bereiche Erziehung, Wissenschaft und Kultur tätig sind und mit ihren Hochschulprogrammen weite Felder abdecken.
UNESCO
Sie stellt Finanzmittel zur Unterstützung der im Ausland studierenden Sudanesen zur Verfügung und läßt von Experten Fachstudien zum technischen und landwirtschaftlichen Unterricht erstellen. Sie bemüht sich um eine angemessene Finanzierung in beiden Bereichen. Entsprechend der Vereinbarung zwischen UNESCO und der Islamischen Universität Omdurman über die Durchführung von Untersuchungen zur Wassernutzung wurde ein Lehrstuhl für Limnologie geschaffen.
Die Institutionen des Hochschulwesens profitierten beim Aufbau ihrer Infrastruktur von den Krediten der UNESCO, durch die wissenschaftliche Arbeitsmittel beschafft wurden.
Der Sudan und die UNESCO unterzeichneten ein Abkommen über die Anerkennung von Hochschulstudien.
Ein kürzlich unterzeichnetes Abkommen sieht Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen vor; die erforderlichen Schritte hierfür werden bereits eingeleitet.
Arabische Organisation für Erziehung, Kultur und Wissenschaft
Mit dieser Organisation wird im Bereich Arabisierung zusammengearbeitet. Der Oberste Rat für Arabisierung erhielt Unterstützung im Wert von 40.000 US$.
Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA)
Im Rahmen der Kontakte zur IAEA werden verschiedene Projekte der Technischen Zusammenarbeit finanziert, in der Hauptsache mit der Kommission für Agrarforschung, der Kommission für Kernenergie, der Kommission für veterinärmedizinische Forschung und dem Ministerium für Bewässerung.
Arabische Kommission für Kernenergie
Sie ist das regionale Zentrum im Nahen Osten für radioaktive Isotope. Für den Sudan als Mitgliedsstaat beteiligt sich das Ministerium an den Zusammenkünften und Aktivitäten. Mit der Syrischen Kommission für Kernenergie wurden im Zusammenhang mit der friedlichen Nutzung dieser Energie der Austausch von Wissenschaftlern und die Ausbildung von Fachleuten vereinbart.
WHO
Bei medizinischen Studien findet eine Koordinierung statt; die WHO unterstützte die Finanzierung weiterführender Untersuchungen bei der medizinischen Grundlagenforschung. Im Jahre 1995 sind die ersten Abschlußprüfungen als Magister abgelegt worden.
Arabische Union für technische Ausbildung
Sie beteiligt sich an der technologischen Weiterentwicklung ihres Mitgliedstaates Sudan, vertreten durch die Sudanesische Universität für Naturwissenschaften und Technologie. Die von ihr eingerichtete Werkstatt wurde von vielen Sudanesen genutzt.
Arabische Generalunion der Kommissionen für wissenschaftliche Forschung
Die Union bietet Hochschulmitarbeitern und Wissenschaftlern die Möglichkeit, an Weiterbildungen und wissenschaftlichen Seminaren teilzunehmen.
Zusammenarbeit mit dem Ausland
Abordnungen des Ministeriums für Hochschulwesen und wissenschaftliche Forschung waren an verschiedenen Aktivitäten im Rahmen der bilateralen wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit befreundeten Staaten beteiligt. Verträge und Arbeitsprogramme wurden unterzeichnet, die den Anforderungen des Hochschulwesens insbesondere bei der Arabisierung und Qualifizierung der Mitglieder des Lehrkörpers entsprachen und eine große Unterstützung darstellten.
Ebenfalls von Delegationen vertreten wurde der Sudan bei Veranstaltungen der regionalen und internationalen Institutionen und Organisationen; wie z. B. Konferenz der IAEA und UNESCO, während der es gelang, Unterstützung für zahlreiche Vorhaben im Hochschulwesen und für Projekte anderer staatlicher Organisationen zu erhalten.
Internationale Konferenzen und Zusammenkünfte wurden auch im Sudan abgehalten. Beim Treffen der Union afrikanischer Universitäten und der Union arabischer Universitäten in Khartoum ergab sich die Gelegenheit zur Zusammenarbeit zwischen sudanesischen und arabischen Hochschulen und die Mitgliedschaft der sudanesischen Universitäten in diesen Organisationen. Am Rande der Konferenz der Arabischen Organisation für Erziehung, Kultur und Wissenschaft wurde die 7. Konferenz für Arabisierung abgehalten mit Vertretern der arabischen Stellen, die mit dem Thema Arabisierung betraut sind. Man verständigte sich auf das vereinheitlichte wissenschaftliche Lexikon, das vom Obersten Kommitee für Arabisierung vorgestellt worden war.
Allgemeine Bildung Erziehung im Sudan
Bildung existiert im Sudan nachweislich seit frühester Zeit. Gleichwohl haben sich die verschiedenen Formen der Bildung im Verlauf der Jahrhunderte herausgebildet. Die Phase der islamischen Expansion bedeutete einen enormen kulturellen Wandel, der in engem Zusammenhang steht mit der Gründung mehrerer islamischer Staatswesen im Sudan. Die wichtigste Zeit stellt die des Sultanats az-Zarqa’ dar, während der das Wissen, das auf die Kultur der Menschen im Sudan Einfluß nahm, Verbreitung fand. In die Zeit der türkisch- osmanischen Herrschaft fielen der industrielle Aufschwung Europas und der Rückgang islamischen Einflusses. Man suchte nach Möglichkeiten moderner Schulbildung, die der religiösen gleichwertig war. Die ersten Modelle waren die Schulen von Rifaat Rafi’ at- Tahtawi in einigen Städten des Sudan. Der Mahdi-Staat war aus der islamischen Da’wa und aus tiefer religiöser Überzeugung entstanden. Er wurde insbesondere von den Kolonialmächten bekämpft und hatte nicht lange Bestand. Während des folgenden anglo-ägyptischen Kondominiums als Fortsetzung der türkisch-osmanischen Herrschaft wurden die modernen Schulen besonders gefördert. Dies veranlaßte die Sudanesen, geschlossen für die Einrichtung regulärer Schulen auf privater Ebene einzutreten. Nach der Unabhängigkeit wurde der reguläre Unterricht bis heute weiterentwickelt und ausgeweitet.
Erziehungsministerium
Als erster Direktor für Bildungswesen wurde im Jahr 1900 Sir Ogar ernannt. Die Behörde für Bildung unter der britischen Kolonialherrschaft verfolgte klar umrissene Ziele: Schaffung einer gut ausgebildeten Handwerkerschicht Verbreitung ausreichender Bildung im Volk, die es ihm ermöglicht Verwaltung und Regierungsaufbau zu verstehen
Schaffung einer Gruppe von weltlichen Verwaltungsbeamten für die verschiedenen Regierungsaufgaben. Außerdem war beabsichtigt, den Einfluß religiöser Bildung, die seit der Anfangszeit des Islam verbreitet war, einzuschränken.
Die Entstehung des Graduates’ General Congress (GGC) und die Gründung des Sonderausschusses für Ausbildung im April 1938 hatten Einfluß auf die Entwicklung der Rolle des Bildungswesens. Das erste Memorandum des GGC stieß auf Ablehnung, was dazu führte, daß die Absolventen von der Idee der privaten Ausbildung Abstand nahmen. In den Vierzigern entstand zunächst an den Schulen in Handub und Wadi Sidna die höhere Schulbildung.
Im Jahre 1948 trat die gesetzgebende Versammlung zusammen und gründete das erste Ministerium für Bildungswesen. Der erste Minister war der verehrte verstorbene Professor Abd ar-Rahman Ali Taha, unter dem es zu einer Verbreitung kleiner privater Mittel- und Oberschulen kam. Die Unabhängigkeit brachte weitere Schulen und bedeutete eine stärkere Belastung des Ministeriums. Das stufenförmige Bildungsmodell des Mai-Regimes ab 1969 verkürzte die Studienjahre. Die bis dato zumeist in englischer Sprache verfaßten Unterrichtsmaterialien für höhere Schulen wurden arabisiert.
Bildungsstruktur
Das Stufenmodell („6+3+3“) wurde so verändert, daß einer zweijährigen Vorschulphase, eine achtjährige Grundschulphase und eine dreijährige Oberschulphase folgen („2+8+3“). Eingeführt wurde dieses Modell 1991 bei der 5. Klasse der Grundschule, so daß Schüler der 8. Klasse 1994/95 zum ersten Mal die Oberschulstufe erreichten.
- Die Grundschulphase wurde in drei Stufen unterteilt: 1. Stufe 1.-3. Klasse; 2. Stufe 4.-6. Klasse; 3. Stufe 7.-8. Klasse
- Englischsprachiges Unterrichtsmaterial wird ab der 5. Klasse der Grundschule verwendet. - Der Unterricht findet im Dialog und nicht in isolierter Form statt.
- Die Lehrerausbildungsinstitute werden als eigene Fakultäten den Universitäten angegliedert für die Ausbildung der Lehrer an Grundschulen mit Abschluß ‘B
chelor’ und an höheren Schu
en.
- Mit dem Erlaß im Jahre 1991 spez
alisierte sich das Ministerium auf folgende Aufgaben:
- Ausrichtung und Verbreitung von Bildung
- Alphabetisierung, Ausweitung der allgemeinen Schulpflicht, Ausbildung und Qualifizierung der Ungebildeten
- Lehrerausbildung gemäß den Plänen und Programmen zur allgemeinen Bildung und ihren Zielen
- V
rbereitung und Ausarbeitung von Lehrplänen
- Kontrolle der öffentlichen und privaten Bildung
Das Bundesministerium besteht aus sieben allgemeinen Verwaltungseinheiten: Planung, Ausbildung, Lehrpläne, studentische Aktivitäten, Auswärtige und Kulturelle Beziehungen, Allgemeines und Koordination, Umgestaltung. Jeder Abteilung steht ein Verwaltungsdirektor vor, der dem Staatssekretär im Ministerium gegenüber verantwortlich ist.
Besonderheiten: Festlegung des politischen Kurses sowie Aufstellung von Plänen und Programmen im Bereich Bildung Vorbereitung, Konsolidierung und Weiterentwicklung der allgemeinen Lehrpläne Lehrerausbildung in Koordination mit den Ministerien auf Provinzebene und den Fakultäten für Erziehungswissenschaft Verankerung der allgemeinen Bildung in der Gesellschaft Verwaltungsbehörden der sudanesischen Abschlußprüfungen Betreuung studentischer Aktivitäten im Rahmen der staatlichen Vorgaben Pflege und Weiterentwicklung der auswärtigen Beziehungen des Sudan im Bereich Bildung mit Staaten und Organisationen der Region Kontrolle der sudanesischen Schulen im Ausland Fachliche Überwachung der öffentlichen und privaten Bildung Erstellung von Programmen zur Alphabetisierung und von Lehrplänen für die Jugendbildung, die Vorschulphase und Privaterziehung
Koordinierung der allgemeinen Bildungseinrichtungen auf Bundes- und Provinzebene
Koordinierung der betreffenden Dienststellen für Qualifizierung und Schulung der Ungebildeten
Bildungspolitik im Sudan:
1. Bildungspolitische Leitlinien
a. Nationale Strategie des Erziehungssektors 1992 - 2002: allgemeine Verbreitung der Grundschulbildung Diversifizierung der Oberschulbildung
Weiterentwicklung der Lehrpläne für allgemeine Bildung
Lehrerausbildung
Einrichtungen und Struktur der allgemeinen Bildung
Planung und Evaluierung der Erziehungs- und Bildungskosten
b. Empfehlungen der Konferenz für Bildungspolitik von 1990
Die Konferenz wurde abgehalten, um den politischen Kurs und die Lehrpläne, die dem allgemeinen Bildungssystem zugrunde liegen zu revidieren und um das Bildungssystem selbst im Rahmen des revolutionären Aufschwungs im Land zu fördern.
c. Gesetz zur Reform der allgemeinen Bildung von 1992
Das Gesetz legt Ziele, Aufbau und Art der Bildung fest. Es existieren erläuternde Bestimmungen für die Bildungsbehörden wie die Grundschulverordnung, die Oberschulverordnung und die Vorschriften für Elternbeiräte.
Außerdem gibt es weitere bildungpolitische Verordnungen zu folgenden Einrichtungen: Nationalrat für allgemeine Bildung Nationalrat für Alphabetisierung und Erwachsenenbildung
Nationaler Übergangsrat mit den zugehörigen Fachausschüssen
Beratungen und Empfehlungen der internationalen Bildungskonferenzen wie die Jomitan-Konferenz über Bildung für alle und die Internationale Konferenz für Belange der Kinder
2. Ziele sudanesischer Erziehung Verankerung der religiösen Überzeugung bei der Jugend Schaffung einer unabhängigen Gesellschaft, die über Gottesvertrauen und gesundes Selbstbewußtsein verfügt
Entwicklung von Loyalität und Liebe zum Vaterland
Ermunterung zu schöpferischer Tätigkeit und Entfaltung der Potentiale und Fähigkeiten durch Ausbildung in modernen Techniken im Dienste von Recht und Anstand
Entwicklung eines Umweltbewußtseins der Jugend; Wissensvermittlung über die Zusammenhänge von Luft, Wasser, Erde und Raum, wodurch ein Verständnis für Gottes Schöpfung entsteht und das Bedürfnis, sie vor Zerstörung zu schützen und zum Wohle des Menschen zu pflegen
3. Prioritäten in der Bildungspolitik
Ausweitung der Möglichkeiten zur Grundschulbildung für alle, um sie ab 1998 verpflichtend werden zu lassen; in diesem Rahmen auch Ausweitung der vorschulischen und nicht-systematischen Erziehung, um den Einzelnen und die Familie zum Erwerb von mehr Wissen, Fähigkeiten und zur Orientierung an edlen Werten zu befähigen Förderung von Chancengleichheit im Bereich Bildung mit besonderem Schwerpunkt auf benachteiligten Gruppen, wie Nomaden und Opfer von Naturkatastrophen und Bürgerkriegen
Verbesserung der Bildungsqualität durch verbesserten Schulaufbau, Erarbeitung von Lehrplänen, Verfassen von Schulbüchern und Entwicklung von Unterrichtsmaterialien
sowie Förderung des Lehrberufes
Diversifizierung der Bildung und Abstimmung auf Bedürfnisse der kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung
Überwindung des Analphabetismus bis zum Jahr 2000.
Arten allgemeiner Bildung im Sudan
Die reguläre Schulbildung umfaßt folgende Phasen:
1. Vorschule: Kindergarten/Koranschule (2 Jahre)
2. Grundschule: Zur Vermittlung allgemeinen praktischen Grundwissens im Zusammenhang mit der örtlichen Umgebung und unterschiedlichen Grundkenntnissen über das menschliche Leben (8 Jahre)
3. Oberschule: Zur stärkeren Spezialis
erung und als Vorbereitung für die Hochschule. Sie ist unterteilt in akademische und technische Oberschule mit den Zweigen Handel, Industrie, Landwirtschaft und Hauswirtschaft.
Medienpolitik im Sudan
Das Ministerium für Kultur und Medien
Die sudanesische Medienlandschaft setzt sich aus einem Netz verschiedener Kommumikationsmittel zusammen, das unter der - teils direkten teils indirekten - Aufsicht des Ministeriums für Kultur und Medien steht.
Das Ministerium für Kultur und Medien wurde 1940 gegründet. Seine Arbeit nahm ihren Anfang in einem kleinen Büro mit dem Namen "Büro für Allgemeine Kommunikation" (General Liaison) unter Aufsicht der britischen Kolonialbehörden. Nach der Unabhängigkeit und der Errichtung einer nationalen Regierung folgten mehrere Entwicklungsschritte, bis die Medienanstalten schließlich ihr heutiges Erscheinungsbild angenommen hatten.
Die allgemeinen Ziele und Zwecke des Ministeriums für Kultur und Medien können wie folgt zusammengefasst werden:
Im kulturellen Bereich: Wahrung und Weiterentwicklung des nationalen kulturellen Erbes Entwicklung und Förderung der im Land gepflegten Künste, wie Musik, Dramaturgie, Bildende Kunst und Folklore
Förderung von Publikationen im kulturellen Bereich und Unterstützung des Buchdruckes
Entwicklung und Förderung von öffentlichen Büchereien und Fachbibliotheken
Im Medienbereich:
Informierung der Bevölkerung über die politischen Entwicklungen des Landes Präsentation des Sudan im Ausland
Verhindern von Medienkampagnen und schädlicher Propaganda im In- und Ausland
Mobilisierung der Kräfte für Entwicklung und Umsetzung der nationalen Einheit
Diese Zielsetzungen wurden im Jahre 1979 vom Staat an das Ministerium für Kultur und Medien herangetragen. Sie werden in einem strukturellen Rahmen umgesetzt, der aus zwei Arten von Einrichtungen besteht: Zum einen gibt es Stellen, die direkt der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und Medien durch den Staatssekretär unterstehen. Sie finanzieren sich aus dem zentralen Etat des Ministeriums. Die andere Art von Einrichtungen sind in ihrer Leitung und Finanzierung unabhängig vom Ministerium, werden aber zum Ministerium für Kultur und Medien dazugerechnet. Den Status der zuerst beschriebenen Einrichtungen haben: das Amt für Information (heute: Nationale Anstalt für Information und Kunst), das Amt für Kultur (heute: Nationale Anstalt für Kultur, Literatur und Künste), Amt für Denkmalpflege und Museen (heute: Nationale Anstalt für Denkmalpflege und Museen). Außerdem gehören zu dieser Kategorie die Direktion für Finanzen, Planung und Forschung sowie andere Verwaltungseinrichtungen. Einrichtungen, die unter den zweiten Status fallen, sind folgende: Nationalrat für Literatur und Kunst, Nationales Zentrum zur Ausbildung in Medienberufen (heute: Sudanesische Akademie für Kommunikationswissenschaft), Staatliches Institut für Film und Kino (ehemals), Nationalarchiv, die Zeitschrift Sudanow, zentrale Stelle für Publikationen, Nationale Anstalt für Rundfunk und Fernsehen (1991 in zwei Anstalten aufgeteilt), die Sudanesische Nachrichtenagentur (Suna) und schließlich der Rat für Presse und Druckerzeugnisse.
Seit 1989 waren die Strukturen im Bereich Medien und Kultur im Sudan großen Veränderungen unterworfen. Die einzelnen Stellen, die nun zu Anstalten umgewandelt wurden, konnten besser genutzt werden und waren flexibler.
Unter den zahlreichen Konferenzen war die wichtigste die "Konferenz für Medien im Sudan 1991", von welcher viele Programme und Empfehlungen herausgegeben wurden. Auf die weitere Entwicklung der Medienarbeit hatte diese Konferenz großen Einfluß. Die Institutionen im Medienbereich nahmen ihre heutige Gestalt an, und ihr Auftrag wurde zunehmend klarer: Sie arbeiten für den Frieden und eine differenzierte Entwicklung. Die kulturelle Ausrichtung des Sudan wird von ihnen unterstützt. Die Anstalten richten sich bei ihren Arbeitsprogrammen nach der umfassenden nationalen Strategie (1992-2002). So arbeitet jede Einrichtung nach einem detaillierten Plan dieser Strategie. Auf den Konferenzen wurden etliche Punkte angesprochen und Empfehlungen an die Politik gegeben. Zu den Themenbereichen Presse, Hörfunk und Fernsehen, Kommunikation mit der Bevölkerung, Medien in den Provinzen, Veröffentlichung und Vertrieb von Printmedien sowie Repräsentation des Sudan über Medien im Ausland wurden richtungsweisende Vorschläge gemacht. Die Konferenz für Medien von 1991 nahm sich besonders dieses letzten Themas, Medien im Ausland, an und bestätigte die Empfehlungen der Konferenz für Sudanesische Diplomatie. Sie empfahl, die informelle Struktur dafür zu entwickeln und möglichst bald eine Datenbank einzurichten, damit die Einrichtungen bei der Medienarbeit wissenschaftlich fundiert vorgehen können. Die Informationen sollen den einzelnen Stellen zur Verfügung gestellt werden und den Informationsfluß bei regionalen und internationalen Konferenzen, an denen der Sudan teilnimmt, fördern. Die Ausstrahlungen ausländischer Rundfunksender und die ausländische Presse sollen verfolgt und analysiert werden. Eine konstruktive Auseinandersetzung damit ist erwünscht. Die Medieneinrichtungen sollen ausgebaut werden, ausländischen Beratungen und Studien soll durch korrekte Informationen mehr Bedeutung zukommen. Ans Ausland gerichtete Botschaften sind sorgfältig zu behandeln und an das jeweilige kultur
..lle Umfeld aufzupassen.
Im Mai 1996 verabschiedete das Kabinett allgemeine politische Richtlinien für Medien und Kultur in nationalem und internationalem Rahmen. Sie gliedern sich in 26 Absätze, die wichtigsten seien hier genannt:
- Die Presse soll schrittweise privatisiert werden. Hierzu wurden Richtlinien vorgegeben, die garantieren, daß die es Vorhaben in geeigneter Weise umgesetzt wird. Die elektronischen Medien bleiben auf absehbare Zeit in Staatsbesitz. Hierbei ist nichts gegen die Gründung von Firmen einzuwenden, wenn die Mehrheit der Anteile in staatlichem Besitz sind.
Es soll sichergestellt werden, daß die Informationssendungen des Bundes in allen Landesteilen empfangen werden können.
Die Erklärung der politischen Richtlinien umfaßt noch andere Absätze zu Themen wie Bedeutung der Nation im politischen Kurs, Aufbau der nationalen Einheit und Schaffung von Frieden, Förderung der Provinzen, Schritthalten mit der Revolution im Informationswesen und Kooperation.
Die derzeit im Medienbereich bestehenden Einrichtungen, die direkt oder indirekt vom Ministerium für Kultur und Medien beaufsichtigt werden, sind neben einigen anderen in erster Linie folgende:
1. Nationale Anstalt für Medien und Kunst
2. Nationale Anstalt für Kultur, Literatur und Kunst
3. Nationale Anstalt für Denkmalpflege und Museen
4. Nationale Rundfunkanstalt
5. Nationale Fernsehanstalt
6. Generalsekretariat für Medien im Ausland
7. Rat für Presse und Druckerzeugnisse
8. Sudanesische Nachrichtenagentur
9. Sudanesische Akademie für Kommunikation und Ausbildung in Medienberufen.
Arabisierung des Hochschulwesens
Die arabische Sprache ist die offizielle Sprache des Sudan und Lingua franca seiner Bevölkerung.
Nachdem die arabische Sprache per Erlaß zur Unterrichtssprache in Einrichtungen der höheren Bildung erklärt wurde, entstand 1991 die Oberste Kommission für Arabisierung mit der Aufgabe, die Politik der Arabisierung umzusetzen.
Ziele
1. Erstellung eines Arabisierungsplans im Rahmen des allgemeinen politischen Kurses und Koordinierung der sudanesischen Universitäten bei der Umsetzung dieser Politik
2. Arabisierung der Fachtermini und deren Vereinheitlichung in den an Universitäten gelehrten angewandten Naturwissenschaften; Herausgabe einheitlicher wissenschaftlicher Fachlexika
3. Durchführung von Fallstudien zum Erfolg der Arabisierung und der fehlerfreien und korrekten Verwendung des Arabischen im Hochschulstudium
4. Einrichtung einer wissenschaftlichen arabischen Fachbibliothek für angewandte Naturwissenschaften; wissenschaftliche Publikationen und Übersetzungen in arabischer Sprache zu diesem Bereich werden unterstützt und gefördert
5. Im Rahmen der Kompetenzen der Kommission Bereitstellung jedweder Hilfen beim Arabisierungsprozeß
Seit ihrer Gründung arbeitet die Oberste Kommission in Kooperation mit den sudanesischen Vereinen und den Experten für Arabisierung an der Umsetzung dieser Ziele. Außerdem arbeitet sie mit allen Arabisierungszentren und Akademien für die arabische Sprache in der Arabischen Welt.
Durch Dialog mit den betreffenden Stellen wurde es den Institutionen der höheren Bildung möglich, schrittweise die erforderlichen Maßnahmen für die Arabisierung festzulegen und einzuleiten. Zum Abschluß des Fünfjahresplans wurden die Anstrengungen belohnt, und die Arabisierung erreichte die Endphase. Der erste Jahrgang, der während des gesamten Studiums auf Arabisch unterrichtet worden war, absolvierte die Abschlußprüfungen. Außer in einigen naturwissenschaftlichen Fakultäten zweier Universitäten sind die Arabisierungsmaßnahmen in allen staatlichen Einrichtungen der höheren Bildung abgeschlossen.
In einigen privaten Bildungseinrichtungen wird noch nach Lehrplänen in ausländischen Sprachen unterrichtet, obwohl die Genehmigung, eine Privatschule zu eröffnen, zwingend vorschreibt, ausschließlich Arabisch als Unterrichtssprache zu verwenden.
Im Folgenden die Arbeitsergebnisse der Obersten Kommission für Arabisierung:
In Zusammenarbeit mit den sudanesischen Universitäten erschien die erste Auflage folgender Nachschlagewerke:
1. Das vereinheitlichte Lexikon der Physik
2. Das vereinheitlichte Lexikon der Chemie
3. Das vereinheitlichte Lexikon des Maschinenbaus
4. Das vereinheitlichte Lexikon der Mathematik
Durch die Kommission genehmigt wurde das vereinheitlichte Lexikon der Medizin als wichtigste Quelle für Fachtermini der medizinischen Wissenschaften (Humanmedizin, Veterinärmedizin, Pharmazie, Zahnmedizin und Krankenpflege).
Noch im Druck befindlich sind folgende Lexika:
1. Vereinheitlichtes Fachwörterbuch für Computerwissenschaften
2. Fachwörterbuch der Geographie
3. Fachwörterbuch für Archäologie und Geschichte
4. Landwirtschaftslexikon (wird gegenwärtig von der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Khartoum vorbereitet)
Aktualisierung der Nachschlagewerke
Alle Wissenschaftsbereiche, in denen die Kommission an der Vereinheitlichung der Fachtermini arbeitet, befinden sich in stetiger Weiterentwicklung. Dies erfordert eine ständige Überarbeitung der Lexika und deren Neuauflage in regelmäßigen Abständen. Zu diesem Zweck wurde ein ständiger Expertenausschuß gebildet und mit der Aufgabe betraut, die Nachschlagewerke zu aktualisieren.
Ergänzende Studien zur Arabisierung
Die Kommission veröffentlichte auch für eine vollständige Arabisierung notwendige Studien:
1. Ausspracheregeln
2. Schreibweise der Eigennamen
3. Allgemeines Wörterbuch der Universitätstermini
Auf den Fachtagungen für Arabisierung in der Arabischen Welt unterbreitete die Kommission wissenschaftliche Untersuchungen zu verschiedenen Themen (Fachtermini der Hydrologie, Satellitenerkundung, Maschinenbau, Symbole und Abkürzungen, Methode der Arabisierung, Erfahrung des Sudan). Von Universitätsprofessoren und Studenten wurde eine arabische wissenschaftliche Universalbibliothek angelegt. Für beobachtende Tätigkeiten, Bearbeitung und Speicherung verfügt die Kommission über Computer.
Konferenzen und Tagungen
1. Die 7. Konferenz für Arabisierung wurde 1994 in Zusammenarbeit mit der Arabischen Organisation für Erziehung, Kultur und Wissenschaften abgehalten; diese Konferenz gilt als eine der besten.
2. Unter Beteiligung der Universitäten fanden neun Tagungen zur Arabisierung der Fachausdrücke statt.
3. Im Rahmen verschiedener Diskussionsforen wurden Vorträge zur Arabisierung, ihres Verlaufs und ihrer Erfordernisse gehalten. Die Oberste Kommission nimmt unter den Zentren und Kommissionen für Arabisierung in der arabischen Welt eine hervorragende Stellung ein.
Künftige Arbeit
Die Universitäten als Träger wissenschaftlicher Arbeit sind vor allem von der Arabisierung betroffen, da das Arabische Unterrichtssprache und Sprache des wissenschaftlichen Dialogs im akademischen Bereich im Sudan wurde. Entsprechend ihrer Funktion als große Institutionen erfassen sie Intellektuelle und Wissenschaftler, die sich nicht auf unvernünftige Beschlüsse einigen. Deshalb sind sie es, die stellvertretend für die Nation Genehmigungen erteilen, Untersuchungen leiten und die Lehrpläne der Universitäten weiterentwickeln.
Künftige Aufgaben der Obersten Kommission für Arabisierung
1. Erstellung von Nachschlagewerken zur ständigen Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Islam und Neuauflage von vereinheitlichten wissenschaftlichen Nachschlagewerken für alle sudanesischen Universitäten.
2. Übersetzung, Zusammenstellung und Herausgabe von Originalwerken und Quellen, die bei den Professoren nicht von erster Priorität sind, da sich diese gegenwärtig verstärkt der Übersetzung und Zusammenstellung von Werken zur Forschungsmethodik widmen.
3. Herausgabe einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu Arabisierung, mit neuen Erkenntnissen in Naturwissenschaften und Kultur, um das Studium auf Arabisch zu fördern.
4. Durchführung ergänzender Studien zur Arabisierung
5. Durchführung von Studien zum wissenschaftlichen arabischen Erbe, um das Erbe zu vertiefen und die Gegenwart mit der Tradition zu verbinden und um den Studierenden die Wissenschaft näherzubringen.
6. Einrichtung einer wissenschaftlichen Bibliothek, die das ganze zeitgenössische Bildungswesen und alle Spezialgebiete in den Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen für Berufspraxis und Kulturpflege umfaßt.
7. Weiterführung der Verbindung zwischen den Arabisierungsbemühungen im Sudan und den übrigen arabischen Ländern und Koordinierung der Maßnahmen unter den Ländern der arabischen und islamischen Welt über die Landesgrenzen hinweg.
Arzneimittelherstellung
Die Heilmittelherstellung ist bis zum fertigen Gebrauch ein langwieriges Verfahren. Die pharmazeutische Industrie im Sudan verwendet ein zusammensetzendes Herstellungsverfahren, das heißt, alle Rohstoffe werden importiert und dann im Lande gemischt und verpackt.
Die pharmazeutische Industrie im Sudan nahm in den siebziger Jahren mit zwei Fabriken ihren Anfang. Heute gibt es elf Fabriken, die etwa 35 Präparate auf der Liste der Medikamente zur Grundversorgung abdecken. Es werden verschiedene Verabreichungsformen von Medikamenten hergestellt: Tabletten, Tropfen, Injektionen und Infusionen. Insgesamt gibt es 80 verschiedene Arten oder Präparate. Obgleich die meisten dieser Fabriken nicht voll ausgelastet sind - sie schöpfen ihre Produktionskapazität nur zu etwa einem Drittel aus - können sie bei einigen Arten von Medikamenten den Bedarf des Landes decken, was den Sudan dem Ziel, Selbstversorgung zu erreichen, näher bringt.
Die wichtigsten Vorteile bei der Arzneimittelherstellung im Lande sind folgende:
Sie sparen Devisen, ein einheimischer Markt ist vorhanden, die Technologie ist vorhanden, um einheimische Rohstoffe zu verwenden.
Schwierigkeiten und Probleme der einheimischen Arzneimittelindustrie: Rohstoffe sind nicht in der benötigten Menge vorhanden instabile Wirtschafts- und Finanzpolitik
Es gibt keine glaubwürdigen Statistiken und Informationen über den tatsächlichen Bedarf an einzelnen Präparaten.
Infrastrukturprobleme in den Industriegebieten, besonders bei der Energieversorgung und der Ausstattung mit Straßen Lösungsvorschläge für die Probleme bei der nationalen Arzneimittelherstellung sind: Importe von Rohstoffen zu genehmigen; Einkünfte aus Exporten und der einheimischen Medikamentenherstellung für den Import der Inputs dieser Industrie zu verwenden. Errichtung einesSonderfonds in den Arzneimittelfabriken und Senkung der Spanne der Akkreditive, um den Bedarf an zu importierenden Rohstoffen der Arzneimittelfabriken zu finanzieren.